Jenaer Karnevalsgala e.V.

Der Verein mit Benefizcharakter

Werkstatt des Saale Betreuungswerkes

Mit großem Eifer und Stolz gehen 280 Menschen mit Behinderung in der Werkstatt des Saale Betreuungswerkes im Jenaer Gewerbe­ge­biet Zwätzen ihrer Arbeit nach. Was hier für die Beschäftigten mit großer Mühe aufge­baut und stetig er­weitert wurde, hat das Hochwasser der Saale am 1. Juni binnen weniger Stunden verwüstet. Beinahe kniehoch stand das Wasser in dem ebenerdigen Gebäudekomplex. Nachdem die zahlreichen Räume endlich trocken gelegt waren, kamen die Schäden zum Vorschein, die Wasser und Schlamm hinterlassen haben: Holztüren sind aufgequollen, in vielen Zimmern hat sich der Fußboden gehoben, die für die tägliche Arbeit so wichtigen Maschinen, insbesondere im Bereich Druckerei, sind beschädigt und zum Teil unbrauchbar geworden. Auch die Küche, in der sonst täglich für 600 Personen frisch gekocht wird, war nach dem Hochwasser für längere Zeit nicht mehr nutzbar.

Insgesamt beläuft sich der Schaden in der Werkstatt für behinderte Menschen auf 1,2 Millionen Euro.

Betroffen von diesem Ausmaß der Schäden waren vor allem die 280 Menschen mit Behinderung: Zwölf Wochen lang konnte die Werkstatt komplett nicht genutzt werden, sodass die Beschäftigten an Ausweichstandorten betreut wurden.

Einer von ihnen war Dennis Bauch, der in der Werkstatt in Zwätzen arbeitet und in der Wohnstätte „Am Jenzig“ des Saale Betreuungswerkes lebt. Dennis Bauch war oft in der Werkstatt, um beim Aufräumen zu helfen, denn „seine“ Werkstatt liegt ihm am Herzen. „Als ich das erste Mal zum Helfen in die Werkstatt ge­kommen bin, hat mich der Schlag getroffen – alles war verwüstet.
Wir haben viel Arbeit hinein­ge­steckt, damit wir schnell in die Werk­statt zurück können. Mich hat total beeindruckt, wie viel Hilfe für dabei bekommen haben. Andere Werkstätten waren bei uns, außerdem Schüler und Studenten und sogar ein Kinder­garten! Das fand ich richtig toll“, erzählt Dennis Bauch.

Auch andere Menschen mit Behinderung haben beim Wiederaufbau ihrer Werkstatt geholfen, so zum Beispiel Franziska Wieckenberg und ihre Familie. „Franziska hat jeden Tag geweint, weil sie nicht in ihre heißgeliebte Werkstatt gehen konnte“, erzählt Mutti Käthe Märtin, die sich spontan zu einer Sammelaktion entschied. „Wir haben unserer Familie und unseren Freunden vom Schaden in der Werkstatt erzählt. Franziska Wieckenberg selbst übergab das Sparschwein, das sie „Schweinchen Babe“ getauft hat, mit 750 Euro an Küchenchef Lutz Hain, weil sie Herrn Hains Frühstück so vermisst hat.

Es hat sich nach dem Hochwasser viel getan in der Werkstatt für behinderte Menschen – doch noch immer ist der Wiederaufbau nicht abgeschlossen.